Metro

Oldenburg der 21. Oktober 2021

Na, wie geht es euch? Geimpft? Genesen? Matsch im Kopf? Oder doch einen relevanten Grund warum die Antwort “weder noch” lautet?

Wir freuen uns jedenfalls sehr, noch hier zu sein. Ohne Hilfsgelder aus der solidarischen Gemeinschaft in Form der Fixkostendeckung wäre das auch nicht realisierbar gewesen. Und es sieht auf einen ersten Blick glücklicherweise so aus, als wäre ein großer Teil der lokalen Oldenburger Gastro-/Club-/Barszene noch existent – schwieriger war und ist es für die vielen Solo-Selbstständigen, Musiker*innen und Kulturtreibende in 450-Euro-Jobs.

Trotzdem scheint es momentan so, als würde sich die Welt weiterdrehen wie vor der Pandemie – mit dem Unterschied dass die, die wenig hatten, nun noch weniger haben werden. Ebenso lässt sich feststellen, dass entgegen den düsteren Vorhersagen aus zwielichtigen Telegram-Gruppenchats weder eine neue Weltordnung entstanden ist, noch ein großes Massensterben geimpfter Menschen passiert ist und auch Merkel und Gates uns nicht unterjocht haben.

Es gab während des Lockdowns auch gegenteilige Prognosen, die ebenso wenig eingetreten sind, und das ist ein bisschen schade – hatte der eine oder die andere in unseren Reihen doch von der großen, schönen Utopie geträumt, in der marginalisierte Gruppen keine Schutzräume mehr benötigen und alle Menschen besser aufeinander acht geben.

Aber wir wollen gar nicht zu sehr abschweifen, sondern konzentrieren uns auf das hier & jetzt: Wir laden wieder ein auf unsere Tanzfläche!

Wir werden in den nächsten Monaten bis zum Jahreswechsel nicht jeden Freitag und Samstag öffnen, da wir hier noch das eine und andere an Sanitäreinrichtungen modernisieren und noch abwägen müssen, wir wir finanziell über die Runden kommen. Grund dafür ist die aktuelle Regelung bzgl 2G -Covid19, wir haben eine Diskothekenlizenz und dürfen nur mit 50% Auslastung den Betrieb öffnen. Deshalb ist es ambitioniert Freitags und Samstags auf allen Stockwerken zu feiern wenn nur 50% der Gäste herein dürfen. In unserem Program hier auf der Internetseite und auf unseren Social Media Kanälen erfährst du was so geht bei uns.

Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung sind wir leider gezwungen, den Einlass in die Metro unter Anwendung der 2G-Regelung zu erlauben – anders wäre ein Clubbbetrieb nicht möglich. Und es nervt uns jetzt bereits, an der Tür sortieren zu müssen, um nur einem Teil der Gesellschaft die Teilnahme an unserem subkulturellen Versuch „Metro“ zu ermöglichen. Uns ist klar, dass es sowohl medizinische als auch gesellschaftliche Gründe gibt, warum eine Person nicht geimpft ist. Die Pandemie ist aber leider real und wir hoffen, dass mit weiter steigenden Impfquoten die Frage bald irrelevant geworden ist und wir uns wieder mit allen gemeinsam die Nächte um die Ohren schlagen können!

Ein kleiner Ausblick, was hier in der letzten Zeit so passiert ist und noch passieren wird: Wir haben die Metro umgebaut, vieles ist rausgeflogen und was nach der nun 38-jährigen Historie noch zu verwerten gewesen ist, haben wir repariert, modifiziert und wieder angeschraubt. Im Café steht durch Freund*innen und Kontakte ein Prototyp – ABACUS-Soundsystem als Leihgabe, wo wir auch immer mal wieder einen zweiten Floor bespielen werden. Wir haben neue Sitzgelegenheiten gebaut, Tische und Theken abgeschliffen und lackiert, Wände gestrichen und gesprayt und finden den Laden noch cooler, bunter, lauter und clubbiger als zuvor!

Wir möchten versuchen, unsere Preise auf dem Niveau vor Covid-19 zu halten und arbeiten nach wie vor daran, an der Tür, im Booking und allen anderen Bereichen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Wir diskutieren und streiten untereinander, wo Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen angebracht ist, wann Verschwörung beginnt, und ob all diese Diskussionen in den Clubkontext transponiert werden sollten? Unsere Antwort darauf lautet Ja! Wir wünschen uns Austausch und Kritik, und halten das auch für notwendig. Wir wollen hier zusammen feiern und eine gute Zeit mit allen gemeinsam haben. Dazu gehört aber auch, offene Diskussionen zu führen und auszuhalten, um unserem Wunsch nach einem gleichberechtigten, angstfreien Raum näher zu kommen. „Kunde ist König“ halten wir für falsch.

Uns schwirren noch viele Ideen im Kopf herum, z.B. möchten wir gern Workshops anbieten von und für FLINTA*-Musiker*innen/-DJ*s, um zu empowern und unser Wissen zu teilen. Auch sonst ist noch einiges in der Pipeline und wir können es kaum erwarten, dass es wieder so richtig los geht. Aber vorerst konzentrieren wir uns mal auf das Re-Opening und heißen euch

herzlich willkommen in der alten, neuen Metro!

Oldenburg der 01. Juni 2021

Das Glas ist halbvoll.
So schön ist der Gedanke und so lebendig werden die Erinnerungen, in fröhlicher Extase zu lauter Musik die Seele glücklich tanzen. Es fühlt sich an wie heißer Sand unter den nackten Füßen, man kann es kaum erwarten weiterzugehen bis ins kalte Wasser…

Wir sind wirklich scharf darauf, unsere neue Ausstattung in Form von DIY Lautsprechern, Sitzen und Tischen an ihre Grenzen zu treiben. Dabei zu trinken, geliebte Menschen wiederzusehen oder unbekannten zu begegnen. Ein Raum voller Menschen – kaum vorstellbar, spannend und aufregend.

Bitter kann die Wirklichkeit aber wieder werden – wenn man konkret rekapituliert, wie sich der Virus + seine Varianten in unserer Gesellschaft reproduzieren konnten in den vergangenen 14 Monaten.

Es knirscht und knarzt im Kopf und schweren Herzens wissen wir was wir nicht wollen:

Ein Risiko für Mitarbeitende eingehen, die aktuell noch keine Impfperspektive haben.

Dem Virus unsere Tanzfläche als Plattform überlassen, auf der er sich munter wandelt und reproduziert.

Die Tanzfläche gehört euch und nicht Covid19.

Wir wägen momentan ab zwischen finanziellen Möglichkeiten und einer sinnvollen “soft opening” Perspektive. Vorerst bleiben wir geschlossen – aber schon bald knallt es hier unten!

Das Glas ist webpage sw

Oldenburg der 31. Dec 2020

Vor einem Jahr haben wir mit Gonzo (Permanent Aktiv), Maissar (Chicas Electronicas), WLKO (Plattenschmaus, Anode), T_SN (Unartig), Gontard (Anode, Metro Inventar) in das Jahr 2020 getanzt. Gespannt haben wir und alle Metro-Mitstreitende auf das neue Jahr geschaut: In unserem sehr alten Keller Klub standen Veränderungen an und viele neue Ideen wurden formuliert, geplant oder schon umgesetzt. Ob das alles wie funktionieren wird? – blieb abzuwarten –

Dieses Jahr machen wir es anders:

Bleibt gesund!

Denn wir bleiben hier und warten auf euch.

Trotz des nervig- aber richtig- und sinnvollen Isolationszustands bedanken wir uns.Danke an die solidarische Gemeinschaft, ohne euch und/oder eurer Arbeit bzw. Hilfsgeldern wären wir nicht mehr hier.

Grüße aus dem Untergrund

Eure Metro

2020/2021

Hallo ihr Lieben,

wir wenden uns heute aus aktuellem und längst überfälligen Anlass einmal schriftlich an euch, d. h. an alle, die sich jetzt angesprochen fühlen oder die es einfach anderweitig interessiert.

Die derzeitige Lage bezüglich Covid-19 ist, wie euch bekannt sein dürfte, tatsächlich schwer zu überblicken, äußerst dynamisch und auch noch lange nicht durchgestanden, betrifft generell aber definitiv uns alle, uns als Metro aber auch im Speziellen. Und das möchten wir nun zum Anlass nehmen, dieses Statement zu verfassen, das vielleicht etwas über die gegenwärtige Situation im Zusammenhang mit Covid-19 hinausgeht. Doch zunächst einige Fakten zum aktuellen Stand der Dinge in der Metro:

Seit letzter Woche sind alle Veranstaltungen in unseren Räumlichkeiten gemäß der Allgemeinverfügung der Stadt Oldenburg zur Eindämmung der Corona-Epidemie ersatzlos gestrichen oder werden – natürlich mit entsprechender Ankündigung – auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das gilt zur Zeit – Stand heute – bis einschließlich Samstag, 18. April 2020.

Wir bleiben natürlich auf dem Laufenden, d. h. wir beobachten die Lage kontinuierlich und passen unser Vorgehen daran an. Wenn wir es wieder vertreten können und das auch von offizieller Seite erlaubt wird, nehmen wir den Veranstaltungsbetrieb wieder auf. Und sagen euch natürlich schnellstmöglich Bescheid. :)

Neben den rein rechtlichen Maßgaben hat das Ganze ganz klar auch so etwas wie eine moralische Dimension für uns, denn wir als Club leben natürlich von all den sozialen Kontakten, dem Austausch zwischen allen beteiligten Menschen, also in erster Linie zwischen den Gästen, Mitarbeitenden und den Künstler*innen. Das schließt aber auch andere mit ein, die ihr während der Öffnungszeiten wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommt, also Menschen, die bei uns die Räumlichkeiten in Schuss halten oder auch uns vermieten, uns mit Getränken und anderem beliefern, bei denen wir etwas kaufen, und ganz viele andere, mit denen wir Kontakte unterhalten. Und all  diesen Menschen geht jetzt auch zumindest ein Teil ihres Einkommens flöten. Wir bleiben natürlich für alle ansprechbar und sehen zu, dass alle, die uns und für uns wichtig sind, dabei einigermaßen gut weg- und durch diese beschissene Epidemie kommen.

Um es also kurz zu machen: Covid-19 betrifft uns alle. Und deswegen müssen wir eben auch alle möglichen Sozialkontakte reduzieren, um die Ausbreitung möglichst zu verlangsamen. Das nervt tierisch und wir haben da echt keinen Bock drauf, aber es hilft nichts: Augen zu und durch!

In der Zwischenzeit werden wir versuchen, wenigstens einen Teil dieser sozialen Kontakte, die wir übrigens nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen vermissen, ins Internet zu verlagern. Wir sind uns klar, dass ein Livestream natürlich nicht das Feeling ersetzen kann, eine Technoparty mit uns zu feiern – aber mal gucken, vielleicht kommt ja bald vielleicht auch von uns etwas in dieser Richtung. Und jenseits aller durchaus berechtigten Kritik an den social media bietet die Situation jetzt durchaus auch die Chance (für alle), im Netz wertvollen Austausch mit der und über die Metro, aber auch über alles andere zu halten, und (für uns), diesen Bereich vielleicht ja noch etwas auszubauen oder zu verfeinern. Deshalb gilt natürlich für alle: Connect, share, post, comment, aber wie immer natürlich bitte auf zivilisierte Art und Weise!

Und wir bleiben natürlich auch im real life nicht untätig: In der Zwischenzeit werden wir versuchen all das zu verändern, auszubauen, zu reparieren, nachzuholen, hoffentlich also zu verbessern, was in den letzten gut vier Monaten liegen geblieben ist, seitdem wir den Laden als Geschäftsführung übernommen haben. Und auch wenn ihr nicht alles davon im Club sehen könnt, wenn  ihr wieder vorbeikommt: Das ist eine ganze Menge, das könnt ihr uns glauben. Für all die coolen Veränderungen, die man mit eigenen Augen sehen kann, behaltet uns im Internet im Auge, wir werden nämlich mit Sicherheit das eine oder andere Foto posten und auch was dazu schreiben.

Bis auf weiteres gilt also erst mal weiterhin: Wir haben richtig Bock und ihr hoffentlich auch, auch wenn wir das derzeit alle nicht so leben können, wir wir gerne möchten. Wir freuen uns schon darauf, wenn wir wieder öffnen und mit euch hier weitermachen können. Und natürlich auf euch, denn ihr kommt ja bestimmt vorbei um mit uns zu feiern und uns zu supporten.

Bis dahin,

Pit & Philipp